Biondini studierte ab dem zehnten Lebensjahr klassisches Akkordeon und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen wie die Trophée Mondial de l'Accordéon, den Premio Internazionale di Castelfidardo, den Premio "Luciano Fancelli" und den Premio Internazionale di Recanati.

1994 wandte er sich der Jazzmusik zu und trat mit Musikern wie Rabih Abou-Khalil, Dave Bargeron, Michel Godard, Lucas Niggli, Battista Lena, Gabriele Mirabassi, Enrico Rava, Tony Scott, Mike Turk, Ares Tavolazzi, Roberto Ottaviano, Maarten van der Grinten, Martin Classen und Enzo Pietropaoli auf. Regelmäßig arbeitet er im Duo mit dem argentinischen Saxophonisten und Klarinettisten Javier Girotto.


Seine aktuellen eigenen Projekte:
Luciano Biondini & Rita Marcotulli sowie das Trio mit Lucas Niggli und Michel Godard

 


Rita Marcotulli & Luicano Biondini


Rita Marcotulli piano

Luciano Biondini bandoneo


Rita Marcotulli (* 10. März 1959 in Rom) stammt aus einer musikalischen Familie (eine ihrer Schwestern ist Opernsängerin). Sie studierte klassisches Piano am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom.


Seit den frühen 80er Jahren ist sie Teil der italienischen Jazzszene und ist mit Chet Baker, Peter Erskine, Steve Grossman, Joe Henderson, Helène La Barrière, Joe Lovano, Sal Nistico, Kenny Wheeler, Norma Winstone und Andy Sheppard aufgetreten. 1988 und 1989 gehörte sie zur Gruppe von Billy Cobham. Zwischen 1994 und 1997 spielte sie mit Dewey Redman (CD Live in London), aber auch im Quartett von Palle Danielsson (mit Charlie Mariano und Marilyn Mazur). 1996 trat sie im Duo mit Pat Metheny auf, aber auch im Trio mit ihren Klavierkollegen Paul Bley und John Taylor. Sie begleitete den Sänger Pino Daniele und den Liedermacher Gianmaria Testa und wurde auch von Michel Portal und Enrico Rava ins Aufnahmestudio gebeten.


2006 begann ihre Zusammenarbeit in verschiedenen Formationen mit dem Gitarristen Nguyên Lê, z.B. 2006 als Duo und seit 2008 als Nguyên Lê Quartet zusammen mit dem kanadischen Bassisten Chris Jennings und wechselnd mit den Schlagzeugern Danny Gottlieb und Roberto Gatto, sowie im Duo mit dem britischen Saxophonisten Andy Sheppard.


Aufsehen erregten ihre Bearbeitungen von Pink Floyd Kompositionen, mit denen sie europaweit gastierte.

Ihr neuestes Projekt sind die European Leaders mit führenden europäischen Musiker wie Andy Sheppard, Nguyen Le,Anders Jormin und Marilyn Mazur.


Diskographische Hinweise

  • Terra Madre mit Javier Girotto (2005)

  • Prima del Cuore (2007)

  • Pierluigi Balducci Small Ensemble:Leggero ( 2006)

  • Rabih Abou-Khalil em português mit Abou-Khalil, Godard, Jarrod Cagwin, Ricardo Ribeiro, Walter Quintus

  • Pierluigi Balducci:Stupor Mundi (2009)

Luciano Biondini/Michel Godard/Lucas Niggli: Mavi (2013)


Presseartikel:


Die Musik von Rita Marcotulli und Luciano Biondini verzaubert gleichermaßen mit kosmopolitischem Geist und italienischem Esprit.“

The music of Rita Marcotulli and Luciano Biondini enchants the listener with cosmopolitan spirtit and Italian esprit.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Ein zärtlich bis melancholisch um Melodien kreisendes Album.”

An album around tender to melancholic melodies.“

Süddeutsche Zeitung

 

Ein musikalisches Traumduo hat hier zusammengefunden und ein Traum-Album geschaffen.“

A musical dream duo has come together here and made a dream of an album.”

Fidelity

 

Schöne Melodien, sanfte Zwiegespräche – Herz, was willst du mehr?”

Beautiful melodies, tender conversations – what more can you ask for?“

Audio

 

Ein intimes Rendez-vous.”

An intimate rendez-vour.”

Rondo

 

Die Pianistin und der Akkordeonist begegnen sich in blindem, gegenseitigem Verständnis.“

The pianist and accordeonist encounter each other in blind, mutual understanding.”

Jazzpodium

 

Ein ebenso intimes wie expressives Duo, dessen Musik durch Virtuosität fasziniert und gleichzeitig unter die Haut geht.“

An intimate and expressive duo with music that fascinates through virtuosity and at the same time gets under your skin.”

Deutschlandfunk

 

Musik, die glücklich macht.”

Music that makes you happy.“

Deutschlandradio Kultur

 


 

Trio Biondini/Godard/Niggli

Luciano Biondini accordeon
Michel Godard tuba, serpent, bass
Lucas Niggli drums

Ein Dreier Gespann "Italien-Frankreich- Schweiz", das sich nicht in engen Bergtälern verirrt, sondern darüber hinweg surft, mit freier Sicht aufs Mittelmeer, sich über die Höhen und Tiefen dieser musikalischen Geografie hinweg swingt.
Drei Virtuosen, die auch an und über die Grenzen gehen, was die Spieltechniken und Ausdrucksformen mit ihren Instrumenten anbelangt.
Biondini - Godard - Niggli steuern eine Seelenmusik an, voller Energie, Poesie und auch feinem Witz.
Ihre  Kompositionen dienen als  ideale Sprungbretter für die lustvollen Geschichtenerzähler, die diese drei Improvisatoren sind.
Im Frühjahr 2011 erscheint ihre erste CD „ Le Sonnet Oublié“  auf dem renommierten Label INTAKT Records.

Le sonnet oublié : von Bert Noglik
Das Vergessene, das wieder Gefundene, das neu Ersonnene – ein Spiel mit Erinnerungen und mit der Kraft der Imagination. Dieses Sonett von neulich, diese Tarantella, diese Valse Musette, dieses afrikanische Lied…  Auf dem Weg ins Studio, auf dem Gang zur Bühne, auf der Treppe zum  Licht… Im Jazz liegt die Seele der Improvisation, aus den Tiefen des Gedächtnisses kommt die Melodie. Und der Rhythmus schickt die drei Musiker tanzend ins Hier und Jetzt. Wenn sie zusammenkommen, verbinden und verschränken sich nicht nur die Klangfarben der Instrumente, sondern all die auf unterschiedlichen Pfaden gewonnenen Erfahrungen in einer dichten Interaktion. Michel Godard spielt mit seinen profunden Kenntnissen, die er auf musikalischen Zeitreisen zwischen Mittelalter, Renaissance, Barock, Neuer Musik und Jazz sammeln konnte. Luciano Biondini lässt sein Akkordeon mit Bravour in die Sphären der Abstraktion abheben und erweist sich doch zugleich geerdet in der Geschichte des Instruments, die sich im Wechselspiel von Volkskultur und kunstsinnigem Virtuosentum, in ihrer Nähe zum Bodenständigen wie auch zum sphärischen Klang der Orgel der eindeutigen Zuordnung entzieht. Lucas Niggli schließlich, der Tambour des Ensembles, spannt einen Bogen von den Freiheiten der Jazzimprovisation über die Energien der Rockmusik  bis hin zu dem im Umgang mit Neuer Musik gewonnenen Feinsinn für Nuancen und strukturelle Differenzierungen. Und auch das spiegelt sich indirekt in der Musik dieses Trios: die Erfahrungen, die Luciano Biondini und Michel Godard im Spiel mit Rabih Abou-Khalil auf dem fliegenden Teppich zwischen Orient und Okzident gesammelt haben ebenso wie das Eintauchen in eine Welt klangrhythmischer Vielfalt, die Lucas Niggli bereits in jungen Jahren mit Godard in der Zusammenarbeit mit Pierre Favres in dessen Ensemble „Singing Drums“ erfahren hat.

Wenn Luciano Biondini, Michel Godard und Lucas Niggli gemeinsam musizieren verschwimmen die Grenzen von Alter und Neuer Musik, von imaginärer Folklore und jazzinspirierter Improvisation. Man kann sich den Treffpunkt virtuell im Dreiländereck zwischen Italien, Frankreich und der Schweiz vorstellen.

Das wäre – und das Bild von den Höhen erscheint gar nicht so unpassend – auf der Bergspitze des Mont Dolent, nahe dem Mont Blanc. Doch dieses Spiel entgrenzt sich der territorialen und der stilistischen Festlegungen. Alpenländisch und zugleich mediterran, filigran gewoben und durchzogen von starken Melodien, angetrieben von ebenso kräftigen wie sensiblen, dabei oft komplexen Rhythmen, entwerfen die drei Musiker große Bögen – innerhalb der Stücke, aber auch in der Abfolge, die Themen von John Coltrane und Johann Sebastian Bach fließend zu integrieren vermag. Keine Übersetzungen in ein swingendes Idiom, sondern herzliche Anverwandlungen, die sich Bach vorsichtig und respektvoll annähern, um ihn schließlich kühn in einem iranischen Rhythmus tanzen lassen. Auch dies ein Bogenschlag über die Zeiten, die Gemütsverfassungen, die Regionen, die Kontinente, die sich schon in früher Zeit berührt haben mögen. Memorieren und erfinden gehen Hand in Hand, verbinden sich zu einem gemeinsamen Atem, finden zu einer Musik von großer Leichtigkeit, gestalten die Zusammenkunft zu einem vor Freude vibrierenden Fest.

Bert Noglik

CDs on Intakt
http://www.intaktrec.ch/226-a.htm
http://www.intaktrec.ch/185-a.htm


videos:
https://www.youtube.com/watch?v=6Uo_YoPC-3k
https://www.youtube.com/watch?v=NPewEFBZ9n0
https://www.youtube.com/watch?v=lCRpzuarxIw