Colina - Miralta - Sambeat Trio

Javier Colina b
Marc Miralta dr
Perico Sambeat sax

Super Trio? Die magischen Drei? Dies sind nur einige der Attribute, die man dem Trio nach Veröffentlichung ihres Albums zugeschrieben hat. Jedes der drei Mitglieder bringt in die Musik des Trios seine Erfahrungen aus dem Bereich Jazz, Latin, Flamenco oder Klassik/Neue Musik ein.
Javier de Cambra, jazz Journalist
Perico Sambeat ist der wohl bedeutendste Saxophonist in Spanien, der in den Jahren seiner Karriere sowohl im klassischen Jazz, in zeitgenössischer Musik oder im Bereich des Fusion Jazz - und hier vor allem mit Flamenco Jazz- tätig war.

Javier Colina gilt ebenso als der spanische Meister auf seinem Instrument, dem Kontrabass. Dabei ergänzt Drummer Marc Miralta mit seiner internationalen Erfahrung die Rhythmusgruppe zu einer Einheit, wie sie im gesamten europäischen Raum selten zu hören ist.

Die Liste der Musiker, mit denen die Mitglieder dieses Trio in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben, ist ein who ist who des modernen Jazz und des Flamenco: Gerardo Nunez, Brad Mehldau, Kurt Rossenwinkel, Company Segundo, Bebo Valdés, Enrique Morente, Chano Dominguez u.a.

Javier Colina b
Auf Javier Colina (Pamplona 1960) wurde man erstmalig in den 90er Jahren als Jazz Flamenco Bassist aufmerksam. Zusammen mit Chano Domínguez und Guillermo McGuill bildeten die drei das bekannteste Jazz Trio in Spanien, mit dem sie auf allen wichtigen nationalen spanischen Festival auftraten und durch den Film Calle 54 von Fernando Trueba auch international auf sich aufmerksam machen konnten.
Während dieser Zeit spielte Colina jedoch auch mit anderen Jazzgrößen wie George Cables, Hank Jones, Barry Harris und vor allem dem unvergesslichen und inzwischen leider verstorbenen Tete Montoliú. Im Bereich des Flamenco trat Javier Colina mit Tomatito, Joaquín Cortés, Diego 'El Cigala', Ketama und anderen auf. Daneben galt sein Interesse auch der Musik Malis, wo er den Kora Meister Toumani Diabaté begleitete und mit ihm die CD Djelika einspielte.
Stolz ist Colina auch auf seine Arbeit mit der Fort Apache Band, mit der er alle Möglichkeiten der Verbindung zwischen jazz und Latin Musik ausloten konnte und vor allem in Trompeter Jerry González einen kongenialen Partner fand, mit dem er danach in verschiedenen anderen Kombinationen zusammenarbeitete.
Bei der Premiere des Films Calle 54 traf er zum ersten Mal auf den Pianisten Bebo Valdez, mit dem er später zusammen mit Diego 'El Cigala' im Teatro Albéniz de Madrid zu spielte. Dies hatte zur Folge, dass Javier Colina auch auf der CD Lágrimas Negras zu hören ist, die international rekordverdächtige Verkaufszahlen erreichte.
Im November 2005 trat er dann zusammen mit Bebo Valdés eine Woche im bekannten New Yorker Club Village Vanguard.
Erst kürzlich erschien ein weiteres Album von Colina mit Pancho Amat, dem bekannten cubanischen Tres Spieler,sowie mit Juan Perro, wo der Bassist seine Fähigkeiten im Cuba Jazz unter Beweis stellen konnte. Mit dieser Gruppe stellte sich Colina auch bei den internationalen Jazzfestivals von San Sebastián und Madrid vor.

Marc Miralta
Mac Miralta stammt aus Barcelona, wo er bereits mit 7 Jahren Schlagzeug zu spielen begann. Mit 11 Jahren nahm er die ersten Unterrichtsstunden im Fach drums und Percussion und beschäftigte sich dabei vor allem mit Tablas, Cajón und Vibraphon, zunächst an der Escola de Música Zeleste (CDMBR) in Barcelona (1980-1984), später am Conservatorio Superior Municipal de Música de Barcelona (1982-1989).
1990 nahm er die Studien am Berklee College of Music de Boston (USA) auf, die er 1993 beendete. Seitdem ist er selbst Lehrer an der Taller de Músics de Barcelona und bei nationalen und internationalen Workshops.
Als aktiver Musiker gastierte Marc Miralta auf vielen Festivals in Europa, Nordamerika, Südamerika, Afrika und dem Vorderen Orient, wo er mit Wynton Marsalis, Pat Metheny, Gary Burton, Steve Lacy, Paquito D'Rivera, Tete Montoliu, Art Farmer, Mark Turner, Joshua Redman, Perico Sambeat, Chano Domínguez, Lee Konitzu.a. spielte.
In dieser Zeit nahm er mehr als 30 CDs auf: mit Perico Sambeat, Seamus Blake, OAM Trio, Mark Turner, Juan Perro, Mayte Martín, Gerardo Núñez, etc. Daneben ist er Leader der Gruppe New York Flamenco Reunion, spielt derzeit häufig mit dem OAM Trio des Pianisten Aaron Goldberg und dem Kontrabassisten Omer Avital zusammen, sowie im CMS TRIO mit Colina und Sambeat.

Perico Sambeat
(* 23. Juli 1962 in Valencia als Pedro Sambeat) ist der international wohl bekannteste spanische Jazz- Saxophonist. Sambeat lernte als Kind Klavier spielen. Nach einem klassischen Flöte-Studium in Barcelona besuchte er die Jazz-Schule "Taller de Músics". 1991 ging er nach New York, wo er u.a. mit Lee Konitz, Joe Chambers und
Jimmy Cobb spielte. Das Saxophon-Spiel brachte er sich ab etwa 1980 autodidaktisch bei. Sein Debüt-Album erschien 1990 ("Perico Sambeat", EGT), gefolgt 1991 von "Punto de Partida" (EGT) im Quintett mit dem Pianisten Tete Montoliu und dem Trompeter Wallace Roney. Seitdem tritt er mit eigenen Gruppen (zur Zeit in einem Quartett, Quintett und Sextett) und als Sideman auf. Er arbeitete u.a. mit dem Pianisten Brad Mehldau ("NY Barcelona Crossing" 1993 (Fresh Sound) mit dem Bassisten Mario Rossy und dem Schlagzeuger Jorge Rossy, "Ademuz" 1995 (Fresh Sound) mit Mark Turner, "Friendship" 2003 (ACT) mit Kurt Rosenwinkel), Pat Metheny, dem Pianisten Bruce Barth, Daniel Humair, Steve Lacy, Louie Bellson, Michael Brecker, Fred Hersch, Bob Mintzer und Maria Schneider.
Neben zahlreichen spanischen Preisen erhielt er 2003 den Bird Award auf dem North Sea Jazz Festival. Seine CD mit seiner "Flamenco Big Band" erhielt den ersten Preis als beste CD des Jahres in Spanien (2008 y 2009).